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Die Kraft der Einsamkeit

In den Wochen rund um Weihnachten, wenn die Tage kurz sind und die Welt scheinbar langsamer wird, spüren viele Menschen intensiver als sonst, was es bedeutet, allein zu sein. Auch in der winterlichen Landschaft erzählen Bäume eine ähnliche Geschichte. Manchmal steht dort dieser eine Baum, frei auf einem Grundstück oder am Rand eines Gartens, eine einzelne Silhouette, die wie ein stiller Zeuge über ihre Umgebung blickt. Während Einsamkeit für Menschen schwer sein kann, besitzt ein solcher Baum eine ganz besondere Kraft. Seine freistehende Position verleiht ihm Charakter, Ruhe und Sicherheit. Genau diese Qualitäten lassen sich gezielt im Entwurf nutzen.

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Ein Solitärbaum übernimmt in Pflanzkonzepten oft eine beinahe skulpturale Rolle, und das völlig zu Recht. Seine Form, besonders im Winter, wenn die Struktur vollständig sichtbar ist, bereichert einen Entwurf erheblich. Er fängt das Licht zu jeder Jahreszeit ein, lenkt den Blick und schafft ein Gefühl von Geborgenheit und Privatsphäre. Standorte für Solitärbäume sind häufig windoffen, und um die gewünschte Wirkung zu erzielen, sollte der Baum idealerweise direkt in der Baumschule ausgewählt werden. Damit ein Solitärbaum wirklich die Hauptrolle in einem Garten spielen kann, muss er ganzjährig attraktiv sein. Nachfolgend stellen wir einige unserer bevorzugten Gehölze für die Verwendung als Solitärbäume vor.

Acer  x freemanii ‘Autumn Blaze’
 Ein imposanter Baum mit spektakulärer Herbstfärbung. Im ausgewachsenen Zustand bildet er eine breit ovale Krone und erreicht eine Höhe von etwa siebzehn Metern. Dank seiner hohen Windfestigkeit und geringen Standortansprüche eignet er sich hervorragend als Solitärbaum. 

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Carpinus betulus
 Als Solitär gepflanzt besitzt diese heimische Art eine sehr markante Erscheinung. Der Stammfuß hebt sich oft deutlich vom Boden ab. Im Englischen wird der Baum deshalb auch „muscle tree“ genannt, da die Rinde älterer Exemplare mit ihren Rippen, Verdrehungen und Verdickungen an gespannte Muskeln erinnert. Dieser Effekt ist bei freistehenden Bäumen, die vom Wind geformt wurden, besonders ausgeprägt. Im Herbst verfärbt sich das Laub warmgelb und bleibt oft bis weit in den Spätherbst am Baum. 

Parrotia persica
Im Niederländischen als Persisch ijzerhout bekannt, stammt diese Art aus den hyrcanischen Wäldern am Südrand des Kaspischen Meeres im Iran. Dort wächst sie in artenreichen Laubwäldern auf gut durchlässigen, aber wasserspeichernden Böden von Lehm bis Ton. Das Klima ist gemäßigt bis subtropisch mit milden, feuchten Wintern und heißen Sommern ohne extreme Trockenheit. Dadurch ist der Baum sehr gut an unser Klima angepasst. Besonders als Solitär überzeugt er durch einen außergewöhnlich hohen Zierwert.


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Osmanthus heterophyllus

Dieser immergrüne Strauch bis kleine Baum ist äußerst dekorativ und wächst meist etwas höher als breit. Er kommt in verschiedenen Wuchsformen vor, häufig mehrstämmig, aber auch als Gartenbonsai. Die steifen, glänzenden und stacheligen Blätter sorgen das ganze Jahr über für Struktur und Kontrast. Im Herbst erscheinen dezente, stark duftende Blüten. Durch seinen kompakten Wuchs und die mehrstämmige Form eignet sich diese Art hervorragend als Akzentpflanze in Gärten und öffentlichen Räumen. 

Heptacodium miconioides
Der Siebensöhnebaum ist ein markanter Großstrauch bis kleiner Baum mit ganzjährigem Zierwert. Seine späte Blütezeit macht ihn besonders wertvoll, da er zu einer Zeit blüht, in der die meisten Gehölze bereits verblüht sind. Die offene, vasenförmige Krone, die abblätternde Rinde und die duftenden cremeweißen Blüten im Spätsommer verleihen ihm eine starke Präsenz. Im Herbst färben sich die Kelchblätter nach der Blüte rot bis rosafarben und setzen einen zusätzlichen Akzent.


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