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Der richtige Zeitpunkt zum Roden von Bäumen

Der richtige Zeitpunkt zum Roden eines Baumes ist entscheidend für eine erfolgreiche Pflanzung und ein gutes Anwachsen. Dieser Zeitpunkt hängt von mehreren Faktoren ab, z.B. der physiologischen Ruhephase des Baumes, der Baumart, der Jahreszeit, den Transport- und Lagerbedingungen und den Gegebenheiten am endgültigen Pflanzstandort. In Abstimmung mit der Baumschule kann der optimale Rodetermin festlegt werden. In diesem Artikel erläutern wir die wichtigsten Aspekte.

Quercus ilex winterbeeld

Wann ist ein guter Zeitpunkt zum Roden?
Der beste Zeitpunkt, um einen Baum aus dem Freiland zu roden, liegt grundsätzlich in der Winterzeit (Anfang November bis Anfang April). In dieser Phase befinden sich die meisten Laubbäume in der Winterruhe. Sie haben ihr Laub abgeworfen, der Saftstrom ist stark reduziert, und die Reserven sind in Wurzeln und Stamm eingelagert. Dadurch verkraftet der Baum das Verpflanzen deutlich besser.

Der genaue Zeitpunkt des Laubfalls ist je nach Baumart verschieden und hängt stark von der Witterung ab. Ein milder Herbst mit warmen Nächten und wenig Wind kann dazu führen, dass Bäume ihr Laub länger behalten. Ein konstanterer und oft ausschlaggebender Faktor ist jedoch die Länge der Tage. Sobald die Tage kürzer werden und die Lichtintensität abnimmt, reagieren Laubbäume, indem sie den Laubfall einleiten. Die meisten Baumarten folgen diesem natürlichen Rhythmus. Sobald ein Baum in der Ruhe ist, kann er sicher gerodet werden. Bei vielen Baumarten bedeutet dies übrigens nicht, dass sämtliches Laub bereits abgefallen sein muss. Arten wie Quercus robur (Stiel-Eiche) und Fagus sylvatica (Rot-Buche) roden wir vorzugsweise, wenn sich das Laub braun verfärbt hat oder vollständig abgefallen ist.

Quercus glauca bast en stammen winterbeeld

Was wir unter Roden verstehen
In der Baumschule ist das Roden ein wichtiger Arbeitsschritt, der einen großen Teil der Pflanzenqualität bestimmt. Unter Roden verstehen wir das Ausheben von Bäumen aus dem Boden, um sie zu verpflanzen oder an den Kunden zu liefern. Roden ist damit im Grunde die Ernte der Pflanzen. Wenn ein Ernteschritt unterirdisch stattfindet, verwenden wir den Begriff „Roden“.

Roden auf den Pflanztermin abstimmen
Es ist wichtig, den Rodetermin auf den geplanten Pflanztermin abzustimmen. Die meisten Bäume lassen sich bei fachgerechter Behandlung über längere Zeit oberirdisch lagern, ohne dass die Qualität leidet. Deshalb können Bäume früh im Winter gerodet und erst später in der Saison gepflanzt werden. Wenn während Lagerung oder Transport Frost auftritt, müssen geeignete Maßnahmen getroffen werden, um Austrocknung und Frostschäden zu vermeiden. Weitere hilfreiche Tipps zum Pflanzen von Bäumen im Winter finden Sie in diesem Artikel. Durch das Roden von Bäumen wird der Wachstumsprozess unterbrochen und der Austrieb nach hinten verschoben. Wenn im Vorfeld bekannt ist, dass ein Pflanzprojekt erst spät im Frühjahr umgesetzt wird, kann es strategisch sinnvoll sein, Bäume schon zu Saisonbeginn zu roden. Das reduziert das Risiko von Schäden durch einen zu frühen Austrieb.

Empfindliche Baumarten
Die meisten Bäume können bereits im Herbst gerodet werden, sobald die ersten Blätter fallen. Es gibt jedoch einige Baumarten, die wirklich vollständig in der Winterruhe sein müssen, damit die Anwuchschance deutlich steigt. Da die Bäume der Baumschule Ebben im niederländischen Klima gerodet werden, kann das Roden erst ab dem 5. Dezember erfolgen. Zu den empfindlichen Arten zählen Eichen (mit Ausnahme immergrüner Eichen, die noch empfindlicher sind) sowie Buchen und Weiden. Ein zu frühes Roden erhöht bei diesen Arten das Ausfallrisiko erheblich.

Eine Übersicht immergrüner Laubbäume: Ilex aquifolium, Ilex x koehneana, Magnolia grandiflora, Quercus ilex, Q. suber, Q. x hispanica, Q. x turneri, Q. glauca, Q. myrsinifolia.

Quercus suber winterbeeld

Immergrüne Laubbäume: besondere Aufmerksamkeit erforderlich
Immergrüne Laubbäume sind eine eigene Kategorie. Bei Arten wie den Steineichen Quercus ilex und Quercus x turneri ‚Pseudoturneri‘ ist der richtige Rodetermin besonders wichtig. Diese Baumgruppe befindet sich nie in vollständiger Winterruhe, weil sie ihr Laub behält und damit aktiv bleibt. Der beste Rodetermin ist der Frühjahrsbeginn, wenn die Knospen zu schwellen beginnen. Das Wurzelwerk ist dann schon aktiv, aber der Baum befindet sich noch nicht in seiner Wachstumsphase. Sobald der junge Austrieb sichtbar wird, ist der Baum aktiv, und das Risiko für ein misslingendes Anwachsen steigt stark. Einige wichtige Punkte bei immergrünen Laubbäumen:

  • Eine möglichst kurze Zeit zwischen Roden und Pflanzen (idealerweise direkt pflanzen);
  • Verdunstung so weit wie möglich reduzieren;
  • Schutz vor Wind und Sonne während Transport und Verarbeitung.

Überraschenderweise gibt es auch einige immergrüne Bäume wie Magnolia grandiflora und Quercus suber, die sich gut verpflanzen lassen. Sie reagieren nach der Pflanzung zwar häufig mit starkem Blattfall, erholen sich danach aber meist schnell.